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Nach fast
zweijähriger Pause habe ich mich in diesem Jahr
entschlossen, in der RCN (Renn-Challenge-Nürburgring)
teilzunehmen. Mein Rennwagen, ein Honda Civic Type-R,
wurde
schließlich fast nicht bewegt. Lediglich einmal Taxifahren auf dem
Nürburgring mit der Nordschleife im Rahmen des VLN
Langstreckenmeisterschaft wurde 2009 durchgeführt.
Also auf
zum Nürburgring!
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Am 17. April fand
das erste Rennen statt. Völlig neu für mich war die Ausschreibung in
Bezug auf die
vorgegebenen Sollzeitrunden. Eine zusätzliche Stoppuhr am Lenkrad sollte
hier helfen. Diese
Zeit muss innerhalb eines Zeitfensters von +/-10 Sekunden genau 2-mal
wiederholt werden.
Für Jede Sekunde Abweichung gibt es 10 Strafsekunden. Alle anderen
Runden sind
sogenannte Sprintrunden. |
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Nach dem Start
ging ich die Sache erst mal ruhig an. Die vorgegebene Zeit der ersten
Runde versuchte ich mir zu merken, gab sie aber per Boxenfunk zusätzlich
an das Boxenteam weiter. Dann ging es im Renntempo für 5 Runden über die
Nordschleife. Bei der RCN wird das Rennen auf der Nordschleife des
Nürburgrings, der grünen Hölle, gefahren. |
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Nach dem ich meine
erste Bestätigungsrunde absolviert hatte, setzte teilweise die
Benzinpumpe aus. Ich dachte erst, ich hätte zu wenig getankt. Ich konnte
schnell feststellen, dass der Schalter an der Zündung für die
Benzinpumpe einen Wackelkontakt hatte. Nach einigen Minuten hatte ich
die Sache provisorisch repariert und konnte die Fahrt fortsetzen. Ich
war in der Tankrunde und hatte 40 Minuten Zeit. Leider kam ich nur bis
zur Bergwerkskurve, als das Problem erneut auftrat und der Schalter
endgültig durchgeschmort war. |
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Gott sei
dank konnte ich vom DSK-Servicefahrzeug bis zur Ausfahrt am Pflanzgarten
abgeschleppt werden. In der Zeit konnte mein Team mit dem Werkzeug an
den Pflanzgarten kommen. Nach zehn Minuten hatten wir den Schalter
überbrückt und ich konnte die Fahrt fortsetzen. So kam ich zwar als
Letzter in der Gruppe innerhalb der vorgeschriebenen Rennzeit noch ins
Ziel, war aber dadurch noch in der Wertung.
Das zweite Rennen war am 13.Mai 2010 im Rahmen des 24 Std.-Rennens. Es
war schweinekalt in der Eifel. Wir hatten nachts gerade mal 2 Grad. Am
Tag war es auch nicht wärmer als 6 Grad. Außerdem regnete es von
Mittwoch auf Donnerstag. Das Rennen lief im Vorprogramm des 24
Std.-Rennens. Start war am Donnerstag früh schon um 9.00 Uhr. Das
Fahrzeug hatte ich bis dahin für den Start vorbereitet. |
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Hilfe
hatte ich durch meinen Clubkammeraden Sven Linn vom MSC-Mühlheim, der
sich aber beim Aufstehen den Fuß verstaucht hatte und kaum auftreten
konnte. Während des gesamten Rennen, das über den kompletten Grand-Prix
Kurs des Nürburgrings und der Nordschleife ging kamen die Reifen nicht
auf Temperatur. Ausgerechnet in der letzten Runde ereilte mich das Pech
als in der dreifachen Rechtskurve zwischen Kallenhard und Wehrseifen das
Auto ausbrach und ich unsanft mit dem Heck in der Leitplanke einschlug.
Aus der Traum.
Bis zum
dritten Rennen am 26.Juni 2010 hatte ich das Auto wieder repariert. Nach
der ersten Runde, in der ich meine Zeitvorgabe für die Sollzeitrunde
fuhr, ging es in die erste Sprintrunde. Beim Anbremsen vor der
Arembergkurve merkte ich, dass der Civic hinten wegrutschte, was ich mir
nicht erklären konnte. Im Rückspiegel nahm ich plötzlich eine Rauchfahne
hinter mir wahr. Ich hatte Ölverlust. Mit langsamer Fahrt außerhalb der
Ideallinie konnte ich bis in die Box fahren. Ständig überwachte ich die
Temperatur, damit der Motor nicht doch zu heiß wurde. Durch den Unfall
beim 24 Std.-Rennen hatte sich am Ölkühler ein Haarriss gebildet, der
durch die Vibration während des Rennens aufriss und das Öl unter dem
Fahrzeug herausdrückte. |
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Das 4. Rennen fand
am 10.Juli 2010 statt. Das Fahrzeug war wieder tip-top in Ordnung. Es
war ein heißer Sommertag auf dem Nürburgring. Besonderer Ehrengast an
diesem Tag war mein Enkel Max, der das erste Mal mit zu einem Rennen
kam. Aus diesem Grund habe ich ihm diesen Lauf zur Renn-Challenge
gewidmet. |
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Das Rennen
verlief problemlos. Der Civic lief wie gewohnt ruhig und ohne Probleme.
Auch die gesetzte Zeit konnte ich in beiden Bestätigungsrunden
wiederholen. Bei der Einfahrt in den Park-Ferme standen meine Fans
bereits am Rand und begrüßten mich herzlich. Der Lohn dieses Rennen war
der 5. Platz in der Klasse von 15 gestarteten Fahrzeugen. Mein Enkel Max
hat sich riesig über den Pokal gefreut, der jetzt bei ihm im
Kinderzimmer steht. |
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Lauf 5 am
28.August2010 fand unter besonderen Umständen statt. Aufgrund einer
Rennveranstaltung auf dem Grand-Prix Kurs hatten wir unser Fahrerlager
im Industriegebiet von Meuspath. Die Begrüßung war ein Wolkenbruch
erster Klasse. Gottseidank war das Wetter am Samstag soweit trocken, so
dass wir schon gleich mit Slicks starten konnten. Da das Rennen schon
früh um 9.00 Uhr startete, war die Nacht um 6 Uhr vorbei, um das Auto
noch vorzubereiten und in die Startaufstellung zu bringen.
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Die Klasse
war mit 21 Startern ziemlich voll. Umso überraschter war ich am Ende des
Rennens, als ich mich auf der Ergebnisliste auf dem 6. Platz wiederfand
und einen weiteren Pokal mit nach Hause nehmen konnte.
Nach der
langen Pause hatte ich mich wieder etwas auf die Besonderheiten der
Nordschleife eingestellt. Meine Rundenzeiten wurden schon wieder besser
und meine Zeit lag jetzt schon unter 9 Minuten. |
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Das nächste Rennen, Lauf 6, fand am
19. September 2010 statt. Das Wetter spielte wieder mit und wir hatten
trockenes mildes Wetter. Nach der Einführungsrunde verliefen die
Sprintrunden problemlos. Auch die Zeit war schnell. Die
Bestätigungsrunden wurden von mir genau im vorgegebenen Zeitfenster
absolviert. Die Zeiten wurden von Runde zu Runde konstanter und zum
Schluss war mit 8,43 min. meine persönliche Rundenzeit weiter
verbessert. Lohn der Arbeit war ein respektabler 3. Platz; Das bisher
beste Ergebnis in dieser Saison. |
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Beim
vorletzten Rennen dieser Saison war ich sehr optimistisch. Meine
Rundenzeiten kamen langsam in die richtige Richtung. Die Wetterlage war
wie in den vorhergehenden Rennen gut. Die Regenreifen konnten getrost in
Hanau bleiben. Gleich nach dem Start blieben die Rundenzeiten unter 8,50
min. trotz vieler Gelbphasen während des Rennens. Die letzten 3 Runden
blieben konstant bei 8,33 und 8,32 min. Die gleichfalls starke
Konkurrenz behielt in diesem Rennen die Nase vorne. Zum Schluss konnte
ich mit Platz 5 durchaus zufrieden sein. |
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Für das
letzte anstehende Rennen zur RCN hatte ich mich trotz gegenteiliger
Äußerung im vorletzten Rennen entschieden. Die Renndistanz über die
gesamte Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings und die Nordschleife ließen
Erinnerungen aus den letzten Jahren der VLN wachwerden. Das kalte Wetter
in der Eifel war nicht schön. Die Temperaturen lagen an der 0° Grenze.
Gottseidank hatte ich mich aber rechtzeitig um einen Boxenplatz bemüht.
Das Auto stand fertig vorbereitet für den Start am Sonntag in der Box.
Lediglich die Regenreifen mussten noch montiert werden. Nur knapp 4 Grad
Außentemperatur am Sonntagmorgen. Bei einigen Autos waren die Scheiben
angefroren. Es regnete leicht. Nach der Fahrerbesprechung schien
plötzlich der Himmel klar zu werden und ein paar Sonnenstrahlen
erfreuten das Gemüt. Gegen 11.20 starteten die ersten Fahrzeuge und es
ging Fahrzeug für Fahrzeug auf die Rennstrecke. Trotz langsamer
vorsichtiger Fahrweise ein erster Dreher und eine leichte Kollision im
Hatzenbach. Die neuen Regenreifen waren wohl doch noch nicht genug
angefahren. Mit entsprechender Vorsicht ging es weiter. Das Fahrzeug kam
aber irgendwie nicht auf Touren. Ich dachte erst, dass es mit der
direkten Luftzufuhr am Ansaugtrakt zu tun hätte. Aber irgendwie fehlte
die gewohnte Leistung. Erst auf der Döttinger Höhe hatte ich das Gefühl,
dass es wieder schneller geht. Aber ich war schon knapp an der 15
Minutenmarke. Die Maximalzeit für die Setzrunde war mit 16 Minuten
angegeben. Endlich die Start- und Zielgerade. Vierter Gang,
beschleunigen und die lange Gerade zum Einbiegen in die Mercedes-Arena
ausnutzen, um Geschwindigkeit aufzubauen. Beim Wechsel in den 5. Gang
passierte es: Ein jähes Krachen aus dem Motorraum, eine weiße Wolke
entwich unter dem Fahrzeug nach hinten. Ein Motorschaden beendete meinen
Wunsch, im letzten Rennen der Saison noch einmal wertvolle Punkte für
die Meisterschaft zu erringen. Um keine Gefahr oder Behinderung für die
nachfolgenden Fahrzeuge zu bedeuten, steuerte ich mein Fahrzeug am Ende
der Boxengasse nach rechts auf den Grünstreifen. Bei fehlender
Bremskraft ist es ganz schön schwer, den Wagen aus einer Geschwindigkeit
von 180 km/h abzubremsen.
Es hat
unheimlich viel Spaß gemacht in diesem Jahr, bei dieser Rennserie nach
fast zwei Jahren Rennpause wieder aktiv teilgenommen zu haben. Von 8
Rennen habe ich zwar drei Ausfälle zu verzeichnen; aber bei den
gefahrenen Rennen konnte ich mich in 3 aufeinander folgenden Rennen sehr
gut behaupten und sogar jedes Mal einen Pokal mit nach Hause nehmen. Und
das trotz eines schmalen Budgets, das mich keinesfalls zu Risikoreichen
Fahrmanövern hinreißen ließ. Dass noch ein paar Sekunden pro Runde
rauszuholen sind, ist mit Sicherheit keine Kunst. In der Gesamtwertung
aller Fahrer behauptete ich damit einen 63. Platz von mehr als 400
Teilnehmern, die in dieser Saison an den jeweiligen Rennen teilgenommen
haben. |
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